Remote-Usability-Tests

Usability Tests (oder auch Use Labs) sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung von digitalen Produkten. Mit Hilfe eines Use Labs werden digitale Produkte an echten Nutzern getestet und so können schnell und einfach Schwächen und Stärken eines Produkts identifiziert werden.

Das Testing eines Produkts kann auf verschiedene Arten stattfinden. So zählt zu den beliebtesten Formen das Use Lab vor Ort, wo sich Proband und Testleiter gemeinsam in einem Raum befinden. Idealerweise wird der erste Usability Test schon früh in der Produktentwicklung eingeplant und führt zu einem iterativen Entwicklungsprozess, sodass die Tests in regelmäßigen Abständen zu neuen Erkenntnissen führen. Doch gerade in Zeiten von Corona sind Produktmanager gefordert neue Wege zu gehen, da Usability Tests mit einer Vielzahl an Menschen schwierig durchzuführen sind.

So sind auch wir bei Candylabs zu Remote Usability Tests gekommen und haben uns mit der Art der Durchführung und verschiedenen Tools auseinandergesetzt. In diesem Beitrag wollen wir euch einen Einblick in das Thema Remote Usability Test geben und unser favorisiertes Tool vorstellen.

Was ist ein Remote Usability Test?

Der Remote Usability Test beschreibt sich schon sehr gut selbst, denn letztendlich wird ein Usability Test aus dem Labor ins Web übertragen. Anstatt sich in einem Testlabor gegenüber zu sitzen wird er über ein Online-Tool durchgeführt und der Proband kann den Test an einem beliebigen Ort durchführen. Remote Usability Tests ermöglichen es dem Probanden in seinem natürlichen Umfeld an dem Test teilzunehmen, was eine künstlich hervorgerufene Situation abmildert und zu natürlicheren Ergebnissen führen kann.

Mit der Entscheidung für einen Remote Usability Test ist es jedoch noch nicht getan. Denn wie auch bei vor Ort Test können Remote Test mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt werden. Grundsätzlich wird zwischen drei Methoden unterschieden: „moderiert“, „selbst-moderiert” und „automatisiert“.

Der moderierte Usability-Remote-Test

Der moderierte Remote-Test definiert sich indem der Proband und der Testleiter während des Tests in Echtzeit über ein online Tool miteinander verbunden sind. Diese Variante des Remote-Testings ist dem klassischen Usability-Test im Labor am ähnlichsten. Es entsteht ein Austausch von Eindrücken und Erwartungen zwischen Proband und Testleiter. Für die moderierten Remote-Tests wird vorab ein Testleitfaden konzipiert, der garantiert, dass die Probanden identische Fragestellungen bearbeiten. Somit wird sichergestellt, dass die Ergebnisse der Gespräche auf derselben Grundlage basieren. Durch seinen Aufbau ist der moderierte Remote-Test einem klassischen Labortest am ähnlichsten.

Der unmoderierte Usability-Remote-Test

Den Kontrast zum moderierten Remote-Test bildet der unmoderierte Remote-Test. Im Kern bedeutet das, dass Proband und Testleiter nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich voneinander getrennt sind. Der Proband kann zu jeder Zeit und an jedem Ort den Test durchführen, ist somit unabhängig vom Testleiter und bei der Bearbeitung des Tests auf sich allein gestellt. Mit unmoderierten Remote-Tests wird somit der Fokus auf quantitative Daten gesetzt. Dieses Vorgehen ermöglicht es, im Gegensatz zu moderierten Remote-Tests, eine größere Anzahl an Probanden zu befragen. Ziel dieser Methode ist es die Fragen zu beantworten „Was machen Nutzer auf meiner Webseite?”

Der selbsmoderierte Usability-Remote-Test

Der selbsmoderierte Remote-Test bildet die Symbiose der beiden zuvor vorgestellten Methoden. Auch bei dieser Methode sind Proband und Testleiter sowohl räumlich, als auch zeitlich voneinander getrennt. Der Test läuft über vordefinierte Fragen ab, die dem Test im jeweiligen online Tool hinterlegt wurden. Die Nachteile dieser Methode sind offensichtlich:

  1. Es ist nicht möglich weiterführende Fragen durch den Testleiter zu stellen, die sich erst während des Test ergeben.
  2. Dem Probanden können keine Hilfestellungen gegeben werden, sofern diese nicht im vordefinierten Testcase schon vorhanden sind.
  3. Der Schwerpunkt eines Interviews kann nach Liveschaltung nicht mehr beeinflusst werden.

Remote Usability Test-Tools

Die Aufgabe einen Usability Test komplett remote durchzuführen kann einschüchternd wirken. Zum Glück gibt es mittlerweile einige Tools die euch dabei unterstützen einen Remote Test reibungslos durchzuführen. Je nachdem welche Anforderungen an den Remote Test gestellt werden und mit welcher Methode dieser durchgeführt werden soll, eignen sich unterschiedliche Tools.

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Für welches Remote Usability Test-Tool wir uns entschieden haben

Bei der Suche nach einem geeigneten Remote Tool haben wir uns zunächst die Frage gestellt: was soll das Tool eigentlich können, damit wir die gewünschten Ergebnisse erhalten? Das Tool sollte:

  • Plattformunabhängig sein
  • Desktop und mobile Test ermöglichen
  • moderierte Test ermöglichen
  • Videocall Funktionalitäten haben
  • Screensharing und Echtzeitverfolgung der User Interaktion beinhalten
  • Aufzeichnungen ermöglichen
  • und die Möglichkeit bieten eigene Tester bereit zu stellen

Mit diesen Anforderungen haben wir uns an die Recherche gemacht und viele Tools gefunden, die in der ein oder anderen Form nützlich sind. In seiner Vollständigkeit hat uns letztendlich Lookback überzeugt. Lookback wurde speziell für Usability Tests entwickelt und ermöglicht es, sowohl moderierte, als auch selbst-moderierte Tests durchzuführen. Bei den moderierten Tests könnt ihr mit dem Probanden nicht nur sprechen, sondern sie in Echtzeit durch den geteilten Bildschirm beobachten und quasi jeden Klick nachverfolgen .

Für die selbst-moderierten Test können Anweisungen und Fragen für die einzelnen Screens des Testobjekts hinterlegt werden. Das Tool führt die Probanden dann durch den gesamten Test durchvon der Einrichtung, bis zur Aufzeichnung und das Hochladen ihrer Erfahrungen. Ob Mobil oder am Desktop, beides ist mit Lookback möglich.

Das wichtigste für uns bei Candylabs ist aber die Möglichkeit, dass man alle wichtigen Funktionen in einem Tool findet und nicht mehrere Tools für einen Test benötigt. Gerade Funktionen wie Echtzeit Interviews, Aufzeichnung und die Möglichkeit auf allen Plattformen zu agieren (mobil und Desktop) ist für uns unerlässlich. Deshalb lautet unsere Empfehlung auch, sich im Vorfeld gut zu überlegen, welche Anforderungen man an seine Usability Tests stellt, um anschließend das richtige Tool zu finden. Wir haben uns am Ende für den Alleskönner entschieden, denn jedes Projekt kommt mit seinen ganz eigenen Anforderungen.

Unser Fazit

Neue Situationen erfordern neue Wege. Es gibt eine Vielzahl an Tools die Euch dabei helfen einen Remote Usability Test durchzuführen. Nicht jedes Tool ist passend. Um für ein Projekt das richtige Tool zu evaluieren solltet ihr wissen was ihr eigentlich überhaupt messen und analysieren möchtet.

Grundsätzlich kann man aber gerade unerfahrenen Testern empfehlen sich mit einem “großen” Tool zu beschäftigen anstatt viele spezialisierte Tools zu verwenden. Denn am Ende sollte man das Ziel nicht vergessen und das beinhaltet vor allem, sich auf den Nutzer und seine Bedürfnisse zu konzentriert und nicht möglichst viele Technologien im Einsatz zu haben.

Planen auch Sie einen (Remote) Usability Test und wissen nicht wie Sie anfangen sollen?

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Moritz Heimsch
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